Zecken: Gefahr durch FSME wächst weiter





2012: wieder mehr FSME-Zeckengebiete

Unterschleißheim (SP) Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die offiziellen Risikogebiete für die Zecken-übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis – kurz FSME – ausgewiesen. Demnach breitet sich die Gefahr weiter aus: Zu den bislang 137 der 440 Stadt- und Landkreise in Deutschland kommen drei neue FSME-Risikogebiete hinzu: die Stadtkreise Ulm und Kempten und der Landkreis Saar-Pfalz. Erstmals ist damit ein Landkreis im Saarland betroffen. In den bisherigen Risikogebieten bleibt die Gefahr nach Einschätzung des RKI weiterhin bestehen. Seit Einführung der Meldepflicht für FSME-Erkrankungen im Jahr 2001 hat die Zahl der Risikogebiete kontinuierlich zugenommen – von 65 auf jetzt 140. Dadurch hat sich einerseits der ursprüngliche Flickenteppich in Baden-Württemberg und Bayern allmählich geschlossen. In diesen beiden Bundesländern gilt fast flächendeckend die Impf-Empfehlung des RKI. Andererseits hat sich das Zeckenvirus weiter in den Norden und Westen ausgebreitet. Neun Kreise in Hessen, sieben in Thüringen, einer in Rheinland-Pfalz und nun einer im Saarland zählen ebenfalls zu den offiziellen FSME-Verbreitungsgebieten. Alle aktuellen FSME-Gebiete zeigt das Internetportal zecken.de.

Das RKI weist nach Angaben von zecken.de explizit darauf hin, dass jenseits der ausgewiesenen Risikogebiete FSME-Erkrankungen nicht ausgeschlossen werden können. Immer wieder kommt es zu Einzelerkrankungen. Allein in den Stadtstaaten Bremen, Berlin und Hamburg gab es bislang keinen Fall von FSME. Für alle anderen Bundesländer hat das RKI erstmals die Kreise mit so genannten autochthonen Einzelfällen benannt.

Derzeit bestimmt das RKI das FSME-Risiko anhand der menschlichen Erkrankungsfälle im Verhältnis zur Einwohnerzahl – der so genannten Inzidenz. Problematisch ist diese Methode bei steigenden Impfquoten: Sind in einem Kreis viele Menschen gegen FSME geimpft, erkranken wenige. Damit könnten die Fallzahlen unter den Grenzwert fallen, obwohl nach wie vor ein hohes Infektionsrisiko durch Zeckenstiche besteht. Laut Umfragen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) sind in einzelnen Risikolandkreisen bereits über 50 Prozent der örtlichen Bevölkerung gegen FSME geimpft – Neuerkrankungen damit seltener. Im Schnitt sind die Impfquoten in Deutschland jedoch noch mäßig.

Impfempfehlung

Für Einwohner, Pendler und Urlauber in Risikogebieten gilt eine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) des RKI: Wer sich hier beruflich oder privat aufhält und dem Risiko eines Zeckenstichs ausgesetzt ist, sollte sich vorbeugend gegen FSME impfen lassen. Dies gilt besonders für Menschen, die sich in ihrer Freizeit gerne zum Wandern, Radfahren oder Picknicken in der Natur aufhalten. Die süddeutsche Bevölkerung ist den GfK-Daten zufolge stärker für das Thema sensibilisiert – die Impfung weiter verbreitet. Dabei tragen auch Durchreisende und Urlauber aus nördlichen Bundesländern ein FSME-Risiko.

Quelle: RKI: Epidemiologisches Bulletin 21/12, 29.05.2012


Schneller Impf-Schutz gegen FSME für Spontanreisende

Ob raue Bergwelt oder urige Seenlandschaft, die Vorstellungen vom idealen Reiseziel sind verschieden. Worüber hingegen Einigkeit herrschen dürfte: Urlaub soll Spaß machen – und nicht krank. Diese Gefahr besteht etwa durch Zeckenstiche. Denn die Blutsauger sind auch außerhalb Deutschlands anzutreffen und übertragen diverse Erkrankungen. Zu den bekanntesten zählt neben der Lyme-Borreliose die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, in deren Verlauf das zentrale Nervensystem angegriffen werden kann. „Europaweit gibt es im Jahr schätzungsweise 10.000 bis 12.000 klinische FSME-Fälle beim Menschen“, sagt Jochen Süss vom Friedrich-Loeffler-Institut Jena.

Schnellimpfung für Last-Minute-Reisende
Fest steht: Auch außerhalb Europas gibt es das FSME-Virus, etwa in China und Japan. Eine erhebliche Bedeutung besitzt die FSME jedoch vor allem in vielen mitteleuropäischen, skandinavischen und baltischen Ländern. Vor allem wer nach Estland, Lettland, Litauen, Russland oder die Tschechische Republik fährt, sollte sich vorab gegen FSME-Viren impfen lassen. Doch auch in Ländern wie Polen, der Ukraine oder Österreich, Slowenien oder Schweden ist ein vorheriger Impfschutz ratsam. Denn im Gegensatz zur vergleichsweise gut behandelbaren Borreliose gibt es bei der durch Viren hervorgerufenen Hirnhautentzündung FSME keine ursächliche Therapie. Unter anderem drohen bleibende Lähmungen, schlimmstenfalls mit Todesfolge. So starb etwa im April dieses Jahres ein neunjähriges Mädchen im österreichischen Kärnten an einer FSME-Erkrankung infolge eines Zeckenstiches.

Auch die Verbraucherschutzorganisation Stiftung Warentest hat im vergangenen Monat in ihrer Zeitschrift „test“ die FSME-Impfung für Reisende als sinnvoll empfohlen. Spontanurlauber können sich mittels einer Schnellimmunisierung schützen: Speziell für den schnellen Impfschutz werden zunächst zwei Impfungen im Abstand von zwei Wochen empfohlen. „Schon 14 Tage nach der zweiten Impfung besteht ein etwa 90-prozentiger Schutz. Zudem ist die Impfung gut verträglich“, weiß Süss. Eine dritte Impfung nach fünf bis zwölf Monaten komplettiert den Impfschutz.







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