Weihnachtsbäume wärmen weiter



Tannenbaum: genug Energie für die Lichterkettte

Ein durchschnittlicher Weihnachtsbaum kann etwa genug Strom für den Betrieb der zuvor auf seinen Ästen genutzten Lichterkette produzieren, 500 Weihnachtsbäume können in Form von Hackschnitzeln sogar einen Durchschnittshaushalt ganzjährig elektrisch versorgen oder in der Wärmenutzung knapp 1.000 Liter Heizöl sparen.

Ein durchschnittlicher Weihnachtsbaum kann etwa genug Strom für den Betrieb der zuvor auf seinen Ästen genutzten Lichterkette produzieren, 500 Weihnachtsbäume können in Form von Hackschnitzeln sogar einen Durchschnittshaushalt ganzjährig elektrisch versorgen oder in der Wärmenutzung knapp 1.000 Liter Heizöl sparen.





Reststoffe wichtiger Teil der Energieversorgung

Berlin (SP) Nach dem Ende der Feiertagssaison ist der Festtagsschmuck aus Deutschlands Straßen und Wohnungen verschwunden. Das Festkleid der Weihnachtstage nützt unseren Städten und Dörfern indes im neuen Jahr als Energielieferant. So verwenden zahlreiche kommunale Unternehmen und andere Versorger die abgeschmückten Weihnachtsbäume in Kraftwerken zur Strom- und Wärmeproduktion. Mit der Energie von rund 500 Weihnachtsbäumen kann rechnerisch ein Durchschnittshaushalt ein Jahr lang mit Strom versorgt werden. Alternativ könnten diese Weihnachtsbäume knapp 1.000 Liter Heizöl ersetzen.

Bis zu 29 Millionen Weihnachtsbäume werden in Deutschland pro Jahr verkauft - mit steigender Tendenz. Ein großer Teil der Bäume wird dieser Tage zu Holzhackschnitzeln verarbeitet, das ist maschinell zerkleinertes Holz in Stücken, die rund drei bis fünf Quadratzentimeter groß sind. Heizanlagen wie z.B. Hackschnitzelkessel, Holzheizwerke oder Holzkraftwerke können mit den Schnitzeln gefüttert werden und daraus umweltfreundlich Strom und Wärme produzieren. Weihnachtsbäume werden dabei häufig mit anderem Holz vermischt. Sie landen über den Umweg der energetischen Verwendung so quasi wieder in den Wohnzimmern. Mit der aus einem Weihnachtsbaum zu gewinnenden elektrischen Energie könnte eine Lichterkette mit 25 elektrischen Kerzen mehr als drei Wochen lang rund 10 Stunden am Tag brennen. So kommen Liebhaber der Tannen und Fichten, die sich an ihrem Baum noch in den dunklen Januartagen erfreuen wollen, auf ihre Kosten.

In der deutschen Energiebilanz zählen die ausrangierten Weihnachtsbäume zur Bioenergie. Zu dieser gehören Energiepflanzen wie Raps und Mais ebenso wie Energieholz aus dem Wald oder auch Reststoffe, z.B. aus Biotonnen und der Landwirtschaft. In beiden Bereichen, also bei der Nutzung von Energiepflanzen wie auch bei der Verwendung von Reststoffen, besteht in Deutschland noch Ausbaupotenzial. Das gilt selbst für den natürlich insgesamt bescheidenen Beitrag, den Weihnachtsbäume leisten. Zum einen ist die Zahl der in Deutschland abgesetzten Weihnachtsbäume in den vergangenen Jahren gestiegen. Zum anderen werden Weihnachtsbäume vielerorts nur zur Kompostierung genutzt.

Bioenergie ist im Mix der Erneuerbaren Energien unverzichtbar

Immerhin machen biogene Reststoffe, zu denen ausgediente Weihnachtsbäume gezählt werden können, etwa die Hälfte des gesamten Potenzials der Bioenergie in Deutschland aus. Der Beitrag der Reststoffe zum künftigen Energiebedarf Deutschlands würde nach Ergebnissen unterschiedlicher Potenzialstudien langfristig eine Bandbreite von ca. acht bis 13 Prozent erreichen.

„Im Mix der Erneuerbaren ist die Bioenergie mit ihren Beiträgen zur Wärme-, Strom- und Kraftstoffversorgung ein unverzichtbarer Bestandteil“, betont der Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien, Philipp Vohrer. „Dabei spielen Reststoffe ebenso eine wichtige Rolle wie auch die Nutzung von Energiepflanzen. Das Beispiel Weihnachtsbäume zeigt auch, dass es neben der Nachfrage nach Nahrungs- und Futtermitteln sowie dem Bedarf des Energiesektors weitere Ansprüche an die Agrar- und Forstfläche gibt, die mit den vorhandenen Flächen und Potenzialen aber ausreichend bedient werden können“, stellt Vohrer fest.

Infos: www.unendlich-viel-energie.de.




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